Beruf­li­che Grün­de

Ein­stieg in die Sicher­heits­bran­che

Die erfolg­reich abge­leg­te Sach­kun­de­prü­fung stellt die ers­te wirk­li­che Qua­li­fi­zie­rungs­stu­fe im Bereich der Wach- und Sicher­heits­bran­che dar. Denn mit dem Sach­kun­de­nach­weis erhal­ten Sie ein aner­kann­tes Zer­ti­fi­kat der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) und sind fort­an als IHK-geprüf­te/r Sicherheitsmitarbeiter/in tätig.
Mit bestan­de­ner Prü­fung kön­nen Sie sicher sein, dass Sie das not­wen­di­ge Rüst­zeug parat haben. Vie­le Din­ge wird natür­lich auch die Berufs­pra­xis mit sich brin­gen, aber gera­de in recht­li­cher Hin­sicht soll­ten Sie von Beginn an defi­ni­tiv kei­ne Unsi­cher­hei­ten auf­kom­men las­sen!


Qua­li­fi­zie­rung für den Arbeits­markt

Ganz klar: Die Sicher­heits­bran­che ist nicht immer ganz ein­fach. Schicht­ar­beit, Dienst an Fei­er­ta­gen, an Wochen­en­den oder dann, wenn die ande­ren schla­fen. Neben die­ser Schat­ten­sei­te bie­tet der Job aber auch vie­le Chan­cen und Abwechs­lung. Die Sicher­heits­bran­che ist viel­fäl­tig (Revier­diens­te, Ver­an­stal­tun­gen, Emp­fang, Geld- und Wer­trans­port, Alarm­emp­fangs­zen­tra­len, Werk­schutz,…) und bie­tet je nach Tätig­keit teil­wei­se auch recht gute Ver­dienst­mög­lich­kei­ten. Beson­ders die tar­f­lich fest­ge­leg­ten Ver­gü­tun­gen (Zuschlä­ge) soll­te man nicht außer Acht las­sen! Wenn Sie der­zeit auf Arbeits­su­che sind, kann das Able­gen der IHK-Sach­kun­de­prü­fung ein sehr guter Schritt in die Arbeits­welt sein. Das Job­an­ge­bot für qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter ist der­zeit sehr gut — gera­de in den Bal­lungs­räu­men sind Sicher­heits­kräf­te stark gefragt.
Je nach­dem in wel­cher beruf­li­chen Situa­ti­on Sie sich gera­de befin­den, gibt es ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, die Prü­fung und/oder einen Vor­be­rei­tungs­kurs zur Sach­kun­de § 34a geför­dert zu bekom­men.

Wel­che För­de­rungs­mög­lich­kei­ten gibt es?

  • Arbeits­lo­se (ALG I & II)
    Die Über­nah­me von Kos­ten durch die Agen­tur für Arbeit, das Job­cen­ter, bzw. ARGE ist mög­lich (Bil­dungs­gut­schein). Dar­über hin­aus wer­den neben den nor­ma­len Leis­tun­gen ggf. auch Fahrt­kos­ten (Stre­cke zum Lehr­gang und zur Prü­fung) und Kos­ten für Kin­der­be­treu­ung wäh­rend der Qua­li­fi­zie­rung über­nom­men.
    Wich­tig ist hier, dass Sie im Vor­feld alles mit der ent­spre­chen­den Stel­le abklä­ren. Die Schu­le soll­te nach AZAV/AZWV (Akkre­di­tie­rungs- und Zulas­sungs­ver­ord­nung Arbeits­för­de­rung / Aner­ken­nungs- und Zulas­sungs­ver­ord­nung Wei­ter­bil­dung) zer­ti­fi­ziert sein und für den Lehr­gang eine Maß­nah­men­num­mer besit­zen!
  • Umschü­ler (Arbeits­un­fä­hig­keit im alten Beruf)
    Wenn Sie Ihren alten Beruf aus gesund­heit­li­chen Grün­den nicht län­ger aus­üben kön­nen, besteht die Mög­lich­keit, die Sach­kun­de­prü­fung im Rah­men einer Umschu­lung abzu­le­gen.
    Die Kos­ten wer­den hier­bei in aller Regel von den Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten bzw. der Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung über­nom­men.
    (§ 33 SGB IX Leis­tun­gen zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben)
  • Sol­da­ten der Bun­des­wehr (SaZ)
    Der Berufs­för­de­rungs­dienst (BFD) der Bun­des­wehr kommt für die schu­li­sche und beruf­li­che Bil­dung der Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten auf. Ziel ist es, (ehe­ma­li­gen) Zeit­sol­da­ten eine erfolg­rei­che Zukunft in einem zivi­len Beruf zu ermög­li­chen. Die För­de­rung ist abhän­gig von der Dau­er der Wehr­dienst­ver­pflich­tung und erfolgt auf Grund­la­ge des Sol­da­ten­ver­sor­gungs­ge­set­zes (SVG). Ein Sach­be­ar­bei­ter des BFD kann Sie ver­bind­lich über För­de­rungs­mög­lich­kei­ten (Lehr­gangs­kos­ten­über­nah­me, Fahr­kos­ten­pau­scha­le, Wohn­geld, Kin­der­be­treu­ung,..) infor­mie­ren. Gege­be­nen­falls kön­nen Sie mit mili­tä­ri­scher Vor­bil­dung auch direkt in eine höhe­re Aus­bil­dungs­stu­fe der pri­va­ten Sicher­heits­wirt­schaft ein­stei­gen (z.B. zur Ser­vice­kraft, Fach­kraft oder sogar zum Meis­ter für Schutz und Sicher­heit).

Tipp: Wenn Sie auf Arbeits­su­che sind oder vor einem Job­wech­sel ste­hen, über­neh­men manch­mal auch pri­va­te Job­ver­mitt­ler oder der neue Arbeit­ge­ber die Kos­ten für eine Wei­ter­qua­li­fi­zie­rung zum sach­kun­di­gen Sicher­heits­mit­ar­bei­ter. Nach­fra­gen kos­tet nichts!


Über­nah­me neu­er Tätig­kei­ten

Sie sind bereits als Mit­ar­bei­ter mit Unter­rich­tung nach § 34a GewO in einem Sicher­heits­un­ter­neh­men tätig?

Dann wird es für Sie ver­mut­lich ein Stück­chen ein­fa­cher, die Sach­kun­de­prü­fung zu bestehen. Denn Sie brin­gen bereits Wis­sen und Erfah­run­gen aus dem Unter­rich­tungs­ver­fah­ren sowie aus der Pra­xis mit. Häu­fig ist es so, dass Sicher­heits­dienst­mit­ar­bei­ter mit Unter­rich­tung nach §34a (als Ein­stiegs­vor­aus­set­zung) künf­tig wei­te­re, bzw. qua­li­fi­zier­te­re Tätig­kei­ten über­neh­men sol­len. Wenn ein Job als Tür­ste­her ange­dacht ist, bei Siche­rungs­tä­tig­kei­ten im öffent­li­chen Bereich oder als Laden­de­tek­tiv, kom­men Sie an der Sach­kun­de­prü­fung (oder einer noch höhe­ren Qua­li­fi­ka­ti­on) ohne­hin nicht vor­bei. Sel­bi­ges gilt für Tätig­kei­ten in lei­ten­der Posi­ti­on (z.B. als Ein­satz- oder Objekt­lei­ter) im Rah­men von Bewa­chun­gen von Flücht­lings- und Asyl­un­ter­künf­ten und bei Bewa­chun­gen von zugangs­ge­schütz­ten Groß­ver­an­stal­tun­gen. Aber auch für ande­re ver­ant­wor­tungs­rei­che Tätig­kei­ten wird die Sach­kun­de­prü­fung nach §34a GewO immer öfter vom Auf­trag­ge­ber als Min­dest­qua­li­fi­ka­ti­on ver­langt — häu­fig als Qua­li­täts­merk­mal, selbst wenn dazu kei­ne gesetz­li­che Ver­pflich­tung besteht (z.B. beim Ein­satz im geho­be­nen Werk- und Objekt­schutz, in Sicher­heits­zen­tra­len, als Team­lei­ter, etc.).

Wel­che För­de­rungs­mög­lich­kei­ten gibt es?

  • Arbeit­ge­ber
    Wenn Sie sich bereits in einem fes­ten Arbeits­ver­hält­nis befin­den und Ihnen dort zukünf­tig Auf­ga­ben zuge­wie­sen wer­den, für die die Sach­kun­de­prü­fung zwin­gend erfor­der­lich ist,sollte Ihr Arbeit­ge­ber hier­für auch die Kos­ten über­neh­men. Häu­fig bie­ten Sicher­heits­fir­men die Kur­se selbst an. Falls in der Fir­ma kein ent­spre­chend qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal zur Schu­lung vor­han­den sein soll­te, gibt es die Mög­lich­keit, Fir­men-Semi­na­re (meist direkt “in-house”, also in den eige­nen Räum­lich­kei­ten) bei Sicher­heits­schu­len zu buchen. Der Vor­teil liegt in den güns­ti­ge­ren Kos­ten, im Ver­gleich dazu, wenn jeder Mit­ar­bei­ter sich eigen­stän­dig zu einem Semi­nar anmel­den wür­de. Außer­dem hat die­se Vor­ge­hens­wei­se für Sicher­heits­fir­men steu­er­li­che Vor­tei­le. Mitt­ler­wei­le gibt es aber auch effi­zi­en­te Mög­lich­kei­ten zur Online-Schu­lung, hier kann die Qua­li­fi­zie­rungmaß­nah­me zeit­lich fle­xi­bel und äußerst preis­güns­tig, wäh­rend des lau­fen­den Geschäfts-betriebs erfol­gen. Im Ide­al­fall wirk­lich “neben­bei”, ohne einen Beschäf­tig­ten extra frei­stel­len zu müs­sen.
  • Arbeit­neh­mer
    Als Arbeit­neh­mer wer­den Sie nicht immer dar­an her­um kom­men, die Kos­ten für die Vor­be­rei­tung und zur Prü­fung selbst über­neh­men zu müs­sen. Gera­de wenn Sie beruf­lich vor­an­kom­men möch­ten, kön­nen Lehr­gangs- und Prü­fungs­ge­büh­ren eine exzel­len­te Inves­ti­ti­on in die eige­ne Zukunft sein. Spre­chen Sie aber auf jeden Fall mit dem Arbeit­ge­ber, ob Sie zumin­dest einen Zuschuss erhal­ten kön­nen. Immer­hin pro­fi­tiert auch das Unter­neh­men von Ihren erwei­ter­ten Kennt­nis­sen. Im Ver­gleich zu Prä­senz­kur­sen, also Unter­richt vor Ort, kön­nen Sie natür­lich im Selbst­stu­di­um deut­lich an Kos­ten spa­ren. Gehen Sie aber auf Num­mer sicher, dass Sie im 1. Anlauf bestehen und Ihnen nicht die dop­pelt und drei­fach bezahl­ten Prü­fungs­ge­büh­ren einen Strich durch die Rech­nung machen. Auch hier sind Fach­li­te­ra­tur und Online-Lern­pro­gram­me mit ent­spre­chen­der Lern­ziel­kon­trol­le äußerst hilf­reich!

Fir­men­grün­dung und eige­ner Chef eines Sicher­heits­un­ter­neh­mens

“Wer nicht wagt, der nichts gewinnt” könn­te die Devi­se lau­ten. Fakt ist, die Sicher­heits­bran­che ist hart umkämpft. Die Gewinn­mar­gen sind oft gering. Mit der rich­ti­gen Idee und einem stich­hal­ti­gen Kon­zept, Aus­dau­er und den not­wen­di­gen finan­zi­el­len Mit­teln, ist aber alles mög­lich! Das Sicher­heits­ge­wer­be ist eine Zukunfts­bran­che. Zuletzt boom­te der Markt vor allem bei der Bewa­chung von Flücht­lings­un­ter­künf­ten und Asyl­be­wer­ber­hei­men, aber auch in vie­len ande­ren Berei­che wie z.B. im Ein­zel­han­del (Super­markt­be­wa­chung). Wer­den Sie Ihr eige­ner Chef in der Wach- und Sicher­heits­bran­che. Die Pflicht­vor­aus­set­zun­gen nach § 34a der Gewer­be­ord­nung ist hier­bei die erfolg­rei­che Teil­nah­me an der Sach­kun­de­prü­fung. (Eine Unter­rich­tung mit min­des­tens 80 Unter­richts­ein­hei­ten reicht seit Dezem­ber 2016 nicht mehr aus, um sich in der Sicher­heits­bran­che selbst­stän­dig machen zu dür­fen.) Natür­lich muss eine Selb­stän­dig­keit gründ­lich durch­dacht sein und es müs­sen noch wesent­lich mehr Schrit­te für die Grün­dung beach­tet wer­den. Als (künf­ti­ger) Geschäfts­füh­rer eines Sicher­heits­un­ter­neh­mens wer­den Sie zudem lupen­rein durch­leuch­tet und dür­fen nichts auf dem Kerb­holz haben. Neben einer beruf­li­chen Ent­schei­dung, ist die Selb­stän­dig­keit vor allem auch eine ganz per­sön­li­che. Man muss schon ein Unter­neh­mer­typ sein, um sich zu behaup­ten und soll­te tie­fer­ge­hen­des Fach­wis­sen sowie Sozi­al- und Füh­rungs­kom­pe­tenz mit­brin­gen.

Wei­ter…